Tiere und wie sie uns spiegeln

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Tiere und wie sie uns spiegeln

Bestimmt kennst du die Aussage: „Der spiegelt dir etwas!“ Und bestimmt hast du dir, wie ich auch, schon öfter gedacht: „Was soll der mir denn spiegeln?“ Es ist anstrengend, wenn man Menschen trifft, die uns mit ihrem Verhalten auf die Palme bringen, und dieses Verhalten soll jetzt ein Spiegel unseres Selbst sein? Sofern man nun bereit ist, sich mehr mit diesem Thema zu befassen, wird man allerdings feststellen, dass ein solcher Spiegel durchaus real ist. Die Schwierigkeit ist allerdings, den Sinn dahinter zu erkennen.

Mir ist in den vergangenen Jahren mehr und mehr aufgefallen, dass sich auch das Wesen unserer Tiere dem unseren anpasst, und dass auch unsere Tiere uns einen Spiegel vorhalten. So können Verhaltensauffälligkeiten und Problematiken durch unsere eigenen Themen entstanden sein, die uns unsere Lieblinge nur auf dem Silbertablett präsentieren. Egal ob es die Unsicherheit eines Hundes ist, der andere Hunde scheinbar grundlos anbellt, die Katze, die ohne erfindlichen Grund zurückgezogen lebt, oder das Pferd, welches Aufgaben einfach nicht richtig ausführen mag. All diese Verhaltensweisen spiegeln oft unser eigenes Benehmen wieder. Nicht immer ist dies sofort zu erkennen, und eine gewisse Bereitschaft unsererseits muss natürlich da sein, um letztlich an der Ursache, die mit uns selbst zu tun hat, etwas zu verändern. Aber nimm es nicht persönlich, unsere Tiere tun dies wegen ihres uneigennützigen Verhaltens, einfach, weil sie bedingungslos lieben und hier sind, um uns bei unserer Weiterentwicklung zu unterstützen. Allerdings denke ich auch, dass jetzt die Zeit reif ist, Eigenverantwortung zu übernehmen und den Tieren ihre Eigenständigkeit wieder zurückzugeben. Deshalb ist es mir ein Anliegen, Menschen dabei zu unterstützen, in ihre Eigenverantwortung zu kommen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Egal ob du einen Hund, eine Katze, ein Pferd, ein Kaninchen, ein Meerschweinchen, oder auch ein anderes Haustier hast, Tiere zeigen dir mit ihrem Verhalten auf, was in deinem Leben nicht rund läuft und was du verändern darfst. Natürlich sind es Verhaltensweisen über die wir uns ärgern, mit denen wir in Resonanz gehen, die wir uns genauer anschauen und verändern dürfen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie genau das Verhalten der Tiere das Verhalten der Menschen widerspiegelt und wie exakt man dadurch den Charakter eines Menschen beschreiben kann. Tiere spiegeln in der Regel den Menschen, zu dem der Bezug am Innigsten ist. Je mehr wir also nun bereit sind unsere eigenen Strukturen zu verändern, umso mehr werden wir auch Veränderungen bei unseren Tieren feststellen können.

In meiner Tätigkeit als Tierkommunikatorin ist mir aufgefallen, dass Tiere immer wieder die gleichen Antworten zu ähnlichen Problemen gaben und die Beschreibung der Menschen zum Sachverhalt identisch waren. Das Faszinierende war die Erkenntnis, dass Hunde, Katzen und Pferde sich in ihren Hauptspiegelthemen voneinander unterschieden. Natürlich gibt es auch Themen, die sich bei allen Tieren zeigen, ein roter Faden zu den jeweiligen Rassen jedoch ist in jedem Fall zu erkennen. Vielleicht ist dies der Grund, warum die einen Hunde mögen und andere lieber Katzen bei sich zu Hause wohnen haben. Wenn man sich so wie ich diese Frage schon öfter gestellt hat und die charakterlichen Eigenschaften der Tiere mit den eigenen vergleicht, wird man die Antwort darauf gegebenenfalls finden. Natürlich gibt es auch Tierfreunde, die unterschiedlichen Tieren ein Zuhause geben, bestimmt aber wird nicht jedes dieser Tiere ein Spiegel für ihren Menschen sein. Es sind jene über die man sich ärgert, oder die nicht so agieren wie wir es gerne hätten.

Meine Hündin Safi ist für mich mein Barometer. Gerade die letzten Monate, in denen ich an meinem neuen Buch geschrieben hatte, ist mir dies vermehrt klar geworden. Sie zeigt mir an, ob ich innerlich ruhe, ob ich klare Entscheidungen treffe, oder ob ich unsicher in meinen Handlungen bin. Niemals hätte ich gedacht, dass ich so ein zweifelnder und hinterfragender Mensch bin. Dies ist mir erst in den letzten Monaten so richtig bewusst geworden. Ich bin große Schritte gegangen und sehe die Veränderungen täglich am Benehmen meiner Hundefreundin. Leider geht es vielen Hundefreunden so, wir schlagen uns mit Ängsten und Unsicherheiten herum, die sich bei unserem Tier in verschiedenster Manier zeigen. Da sind die unbegründeten Ängste der Hunde, die auf einmal die Ohren anlegen und die Rute einklemmen, obwohl vermeintlich nichts gewesen ist. Sie zeigen mit ihrem Verhalten die Ängste ihrer Menschen auf, die sowohl Angst um ihr Tier, als auch Ängste in anderen Lebensbereichen haben. Egal ob es die Verlustangst, Existenzangst, oder die Angst zu versagen ist. Wenn dein Hund Angst hat, dann denke doch einmal über deine eigenen Ängste nach. Gibt es diese? Wenn ja, solltest du anfangen diese zu durchleuchten, denn Wege aus diesem Gedankenkarussell gibt es viele. Sobald du selbst bereit sind an deinem Thema zu arbeiten, wird sich auch das Verhalten deines Tieres merklich verändern. Das Gute daran, du wirst die Veränderung schon erkennen, lange bevor Sie du Ziel erreicht hast.

Kontrolle gehört ebenfalls zu den wichtigsten Themen bei Hundefreunden. Ja, wir möchten Situationen kontrollieren die mit unserem Hund zu tun haben. Es ist unser Wunsch, dass unser Liebling brav, lieb und folgsam ist und auf gar keinen Fall etwas macht, das wir nicht kontrollieren können. Wir möchten jede Situation im Griff haben. Ein ausgeprägter Jagdinstinkt zum Beispiel ist für viele Hundebesitzer etwas ganz, ganz Schlimmes. In solchen Fällen bleiben Hunde meist an der Leine, weil wir dann das Gefühl haben, die Situation zumindest optisch kontrollieren zu können. Leider ist das noch nicht alles, denn wir versuchen meistens auch unser Leben unter Kontrolle zu behalten. Oftmals ist uns nicht bewusst, dass wir auf diese Situationen gar keinen Einfluss haben, weil sie zu meist durch Umstände und Handlungen Dritter abhängig sind. Und sofern es uns dann irgendwann bewusst wird, merken wir, wie lächerlich dieses Verhalten ist, denn nichts und niemand ist zu 100% Prozent kontrollierbar. Bei Katzenfreunden ist es ähnlich. Diese wünschen sich vor Allem Kontrolle darüber, dass Katzen, die Draußen unterwegs sind, pünktlich zu Hause sein sollen. Da wäre es schon toll, wenn man seinem Tier befehlen könnte: „Um 18.00 Uhr bist du aber wieder da.“ Leider geht das nicht und jeder der Katzen in ihrer Art und Lebensweise kennt, weiß, dass dieses selbständige Tier sich von nichts und niemandem befehligen lässt. Die meisten Katzen wissen genau was sie wollen, und von diesem Weg lassen sie sich auch nicht abbringen. Von daher ist es schlicht nicht möglich eine Katze zu kontrollieren. Meistens hat diese Art der Kontrolle mit dem Spiegelthema des Loslassens zu tun. Katzen zeigen dieses Thema ihren Menschen, indem sie nicht nach Hause kommen, oder gar mehrere Tage fernbleiben. Was aber möchte die Katzen in diesem Zusammenhang ausdrücken? Was ist es, was sie uns spiegelt? Meist geht es darum, dass wir etwas „lassen“ sollen. Wir dürfen etwa das wiederkehrende Gedankenkarussell aufgeben, dass meistens von Schuldgefühlen und anderen belastenden Gedanken, die wir immer wieder durchkauen, geprägt ist. Manchmal zeigen uns Katzen mit diesem Verhalten auch, dass eine Auszeit angesagt wäre und man sich mal ein bisschen Urlaub gönnen sollte. Ängste finden wir auch bei Katzenfreunden, doch anders als bei Hundebesitzern gehen diese nicht selten in Panik über. Oft ist es die Verlustangst, die Katzenmenschen innerlich spüren, und die Ursache findet sich sehr oft in Erlebnissen aus der Kindheit wieder. Es gibt Katzen, die ganz nahe bei ihren Menschen liegen und die ihrem Menschen mit einem wohligen Schnurren das Gefühl geben, dass sie sich unendlich wohl fühlen. Wir Menschen lieben dieses Gefühl, denn es zeigt uns die Liebe unseres Tieres. Es gibt aber auch jene Katzen, die sich eher zurückziehen, die mehr für sich sind. Dies hat nichts mit mangelnder Liebe zu tun, denn in vielen Tiergesprächen zeigt sich sehr häufig, dass sich genau diese Tiere gerne selbst im Weg stehen. Wie ihre Menschen ziehen sie sich aus Unsicherheit und Angst zurück und bleiben deshalb lieber für sich, obwohl sie durchaus und gerne im Familienverbund wären. Bei uns Menschen sind es allzu oft alte Glaubensmuster und seelische Verletzungen, die uns dazu veranlasst haben unser Herz zu verschließen, aus Angst man könnte erneut verletzt werden. Sobald uns dies bewusst wird und wir damit beginnen uns für andere zu öffnen, wird sich auch unser Tier verändern.

Ganz anders als Katzen- und Hundeliebhaber verhalten sich nun Pferdefreunde. Es ist für mich immer wieder faszinierend, ein Pferd mental zu beschreiben und dadurch den Besitzer zu kennen, obwohl ich diesen niemals gesehen habe. Pferde sind hoch sensible Wesen, die es mit ihrem Blick schaffen, direkt in unsere Seele zu blicken. Sie erkennen wer wir sind. Es ist hierbei egal welche Fassade wir versuchen aufrechtzuerhalten oder welche Maske wir aufsetzen, Pferde erkennen dieses Spiel, denn sie erkennen die Authentizität eines jeden Menschen. Sie zeigen ihren Menschen mit ihrem Verhalten, dass sich der Mensch selbst leben soll und nicht das, was andere Menschen erwarten. Kennt man sich in der Reiterszene aus, so kennt man bestimmt viele Reiter, die stets alles besser wissen und nach deren Vorstellung ein anderer Pferdebesitzer zu agieren hat. Wie oft schon habe ich von Pferden gehört, dass sie ihre Menschen auffordern auf ihre innere Stimme zu hören und ihrem eigenen Gefühl zu vertrauen. Pferde möchten, dass wir Menschen lernen uns selbst zu vertrauen, und dass wir unsere eigenen Erfahrungen machen sollen. Vertrauen und Authentizität sind die Hauptspiegelthemen, die uns unsere Pferde immer wieder aufzeigen. Es geht hier nicht nur um das Vertrauen in uns selbst, oder das Vertrauen in unsere Pferde, es geht vielmehr um das Vertrauen in alles was ist. Dieses absolute Vertrauen, welches bei nicht wenigen Hundemenschen zu finden ist, lässt bei Pferdemenschen meist zu wünschen übrig. Sie sind vielleicht nach Außen offen, aber ihre tiefsten Gefühle geben sie nur selten Preis. Es muss sich hier schon um sehr enge Freunde handeln, die vielleicht in den Genuss kommen, den Menschen hinter der Fassade zu erkennen. Hier mag sich der ein oder andere berechtigterweise fragen: „Was ist daran so schlimm?“ Schlimm ist es sicher nicht, doch wenn du und dein Pferd immer wieder dieses Vertrauensthema bearbeiten, sollten du auch an deiner eigenen Herzöffnung arbeiten. Pferde sind meiner Beobachtung nach von Grund auf sehr offen im Herzen. Sonst könnten sie diese Hypersensibilität gar nicht innehaben. Und wenn man bedenkt, dass sie früher in großen Herden und Verbundgemeinschaften gelebt haben, ist diese Herzöffnung auch erforderlich. Nur wenn das Herz offen ist, kann ein Gefühl der Harmonie und Zusammengehörigkeit entstehen, und das ist es, was eine Herde ausmacht. Das bedeutet natürlich nicht, dass es niemals Streit gibt, doch jeder einzelne in der Herde wird akzeptiert. Deshalb sind Pferde für uns die besten Lehrer auf Erden, was Vertrauen und Authentizität angeht. Nur mit einem offenen Herzen ist es möglich, tiefes Vertrauen zu entwickeln.

Alle Tiere reagieren sehr schnell auf unsere Emotionen und bestimmt hast du selbst auch schon diese Beobachtung gemacht. Wenn du fröhlich bist, zeigt dein Tier ein unbeschwertes Verhalten, wenn du wütend bist, macht dein Tier ganz sicher nicht das, was du von ihm erwartest. Es schürt in diesem Fall noch eher ihre Wut, außer du schaffst es, durch tiefes Durchatmen deine Gefühle in den Griff zu bekommen. Sobald du beginnst, deinen Ärger wegzuschicken, wird auch dein Liebling wieder ganz normal sein. Manchmal finde ich diese Erkenntnisse erschreckend, weil ich mich frage, in wie weit ein Tier noch es selbst sein kann. Unsere Tiere tun dies für uns, sie möchten uns helfen, doch gerade wegen ihrer Liebe und Selbstlosigkeit ist es wichtig, dass wir dazu bereit sind in unsere Verantwortung zu gehen. Das sind wir unseren Freunden schuldig, gerade weil wir sie so sehr lieben.

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2 Gedanken zu “Tiere und wie sie uns spiegeln”

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