Das Leben mit (m)einem Dalmatiner

Das Leben mit (m)einem Dalmatiner
Das Leben mit (m)einem Dalmatiner

Das Leben mit (m)einem Dalmatiner

Seit ich sechs Jahre alt bin, lebe ich mit Hunden zusammen, und jeder war auf seine ganz besondere Weise einzigartig. Ich denke, das ist wie mit jedem Lebewesen, wir alle sind einzigartig und jeder für sich besonders. Den Wunsch nach einem Dalmatiner hatte ich eigentlich nie, doch als meine geliebte Safi ( 25% Dalmatiner ) starb, war bald wieder klar, das ein Leben ohne Fellnase nicht möglich ist. Ich machte mir keine wirklichen Gedanken darüber, welche Hunderasse die Richtige wäre, sondern ging ins Vertrauen, dass mich die zu mir gehörende Seele finden wird. Meine Suche begann wie immer erst einmal im Tierschutz, doch keines dieser süßen Wesen “war mein Hund” und so stolperte ich eines Tages über ein wundervolles Bild zweier prächtiger Dalmatiner. Das Foto strahlte so viel Liebe und Größe aus, das ich wie gebannt dem Link zur Homepage folgte. Die Bildergalerie zeigte einen aktuellen Wurf wundervoller Welpen und als ich Lady Pink erblickte ( sie hieß so, weil sie ein pinkes Halsbändchen trug ), war es um mich geschehen, Das Leben mit (m)einem Dalmatinerdieses süße kleine Wesen berührte sofort mein Herz. Und als wir Lady Pink zum ersten Mal trafen, waren mein Mann und ich absolut fasziniert von ihrer Neugier und dem klaren Blick. Was dieser Blick tatsächlich bedeutete, erkannten wir erst, als unser Schatz bei uns einzog, und eines kann ich sagen, so einen Hund hatten wir noch nie.

Dalmatiner, so wurde uns erzählt, sind verschmuste und liebe Tiere. Sehr familienfreundlich und sozial, doch Fremden gegenüber im ersten Moment etwas zurückhaltend, denn Dalmi’s lassen sich von vielen Menschen beim ersten Kontakt nicht immer sofort anfassen. Die Züchterin und ihr Mann waren davon überzeugt, dass wir die richtigen Menschen für ihre Lady Pink wären, und so nahmen wir Ylvi mit nach Hause, als sie 11 Wochen alt war. Ich weiß noch genau, wie mutig die kleine Maus in unseren Garten lief und sofort alles erkundete. Sie zeigte weder Scheu noch Angst, sondern lief umher, als wenn sie hier nicht gerade erst angekommen wäre. Es war so befreiend, da unsere Safi in ihren letzten Lebensjahren zunehmend von Ängsten geprägt war. Ylvi war hier ganz anders, und die ganze Tragweite dieser Worte kann ich erst heute verstehen. Unsere Erfahrung mit Welpen und Hundeerziehung war nun nicht ohne, hatten wir doch bereits gut 40 Jahre Hundeerfahrung auf dem Kerbholz, doch alles was bei unseren anderen Süßen funktionierte, klappte bei Ylvi irgendwie nicht. Sie wusste was sie wollte und zeigte uns das auch mit einer sehr konsequenten Beharrlichkeit. Selten haben wir mit einem Welpen so viele “Kämpfe” ausgefochten, aber missen möchte ich davon auch keine Sekunde. Das Leben mit (m)einem DalmatinerEs war anstrengend und oft war ich fix und fertig, während meine kleine Zuckerschnute noch fröhlich um mich herumsprang. Ylvi war so voller Bewegungs-, und Erkundungsdrang wie noch keiner unserer Hunde, und keiner von ihren Vorgängern war eine Schlaftablette, ganz im Gegenteil. Ruhephasen brauchte es ihrer Ansicht nach nicht, sich also einfach mal hinlegen und eine Runde schlafen, Nein, sie wollte ununterbrochen die Welt erkunden und ihre Nase in alles stecken, was sie fand. Es war, als würde sie alles auf einmal erleben wollen, was das Leben zu bieten hat. Alleine schlafen gab es auch nicht, entweder musste mein Mann oder ich als Kuschelzone dienen, denn nur mit Körperkontakt konnte sie tatsächlich entspannen. Das war sehr schön, doch als arbeitender Mensch muss man da auch sehr erfinderisch werden. Arbeiten am Schreibtisch gehörte der Vergangenheit an, doch rückwirkend muss ich sagen, dass mir das ohnehin nie wirklich gefallen hat. Ich habe es lieber etwas entspannter und bequemer, und genau dorthin hat mich mein Schatz gebracht. Heute, mit etwas über 3 Jahren hat sich ihr kindlicher Übermut weitgehend gelegt und Ylvi hat sich zu einer wirklich tollen und sehr intelligenten jungen Hundedame entwickelt.

Dass Beharrlichkeit und Ausdauer, egal wie lange die Hindernisse auch da sind, stets zum Ziel führen, auch das durften wir von unserem weiß/schwarz gefleckten Vierbeiner lernen. Sie zeigte uns, auch wenn es ein halbes Jahr dauert, dass man irgendwann ans Ziel kommt, sofern man beharrlich und konsequent genug ist. Denn ein Nein akzeptierte Ylvi nicht wirklich, nur in wirklich wichtigen Dingen, die z.B. Gefahr bedeuteten, hörte sie auf das, was man von ihr wollte. Sie wusste also sehr genau, wann wir etwas wirklich ernst meinten und wann scheinbar nicht. Sie liebt es, Neues auszuprobieren und wenn dann am Ende noch etwas zum Kauen dabei herausspringt, dann ist eh alles gut. Das Leben mit (m)einem DalmatinerSelten habe ich ein so verfressenes Tier kennengelernt, ich dachte nicht, das es noch schlimmere Staubsauger als Labradore gäbe, doch da habe ich mich gewaltig getäuscht, sie zeigt uns immer wieder, wie toll doch Essen sein kann. Mein Leben mit Ylvi ist irgendwie noch aufregender geworden, und ich bin, seitdem unser Schatz bei uns eingezogen ist, unzählig viele neue Wege gegangen, weil immer das Gleiche für unser Dalmatinermädchen eine Folter ist. Was soll ich sagen, Ylvi bringt uns tatsächlich vieles bei und manches davon ist Eins zu Eins auf unser Leben umzumünzen, denn alles was sie uns aufzeigt, brauche ich scheinbar für mein eigenes Leben. So habe ich eine wundervolle Lehrerin bekommen, die mir jeden Tag aufs Neue beibringt, wie wunderschön das Leben ist. Sie zeigt in all ihrem Sein, wie wichtig es ist, Spaß und Freude zu empfinden, und wie wichtig es ist, mit dem Herzen bei der Sache zu sein. Denn der Augenblick zählt, alles andere ist Verschwendung von Zeit, das habe ich von meinem Hund gelernt.

Ich kann mich noch gut an die Worte der Züchterin erinnern, als sie sagte: “Einmal Dalmatiner, immer Dalmatiner!” Und für mich trifft das in jedem Fall zu, das sind wundervolle Tiere, frei von Ängsten ( zumindest die, die ich bisher kennenlernen durfte ) und voller Lebensfreude und Elan. Aber Vorsicht! Dalmi’s sollten niemals bei “Ersties” oder bei Menschen einziehen, die nur wenig Erfahrung mit Hunden haben. Wir haben jahrzehntelange Erfahrung und lernten dennoch jeden Tag wieder dazu. Und das Allerwichtigste, dass uns Ylvi zu lehren scheint, ist in jeder Lebenslage und Situation Ruhe, Geduld und Gelassenheit zu bewahren, denn ohne diese Aspekte ist man bei der Erziehung eines Dalamtiners von Beginn an auf der Verliererstraße.. 😉

Ich wünsche euch allen eine wunderschöne Zeit mit euren Vierbeinern..

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